Kantorei

Ansprechpartner:
Michael Müller-Ebbinghaus
Kantor

0176-24521410
michael.mueller-ebbinghaus@ekir.de

Passionsmusik – in neuem Gewand

Der Kreuzg(es)ang ist eine Schöpfung, die 2010 im Rahmen von Wiehl 2010 entstanden ist. Es handelt sich um ein Wortspiel: Kreuzgang - Kreuzesgesang, kreiert vom Team Wiehl 2010. Durch Texte und Musik sollen Christen in die Passionszeit hineingeführt werden. Die evangelische Kantorei Wiehl wird sich 2019 daran mit einer modernen Passionsmusik beteiligen.

Musikalisch gestaltete Passionen sind im 16. Jahrhundert nach der Reformation entstanden. Zunächst orientierten sie sich daran, die biblische Passionsgeschichte zu rezitieren. Im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts entwickelten sich oratorische Chorpassionen, in die zu den Texten der Evangelien auch freie Dichtungen einflossen. Bei Schütz spielte die rezitative Vortragsform noch eine wesentliche Rolle. In den Passionen von J.S. Bach wechseln sich bewegt komponierte Chorpartien (Turba Chöre) mit kontemplatorischen Chorsätzen mit freien Textdichtungen ab. Die Passionsmusik fand dann auch in der katholischen Kirche Einzug. Haydn komponierte 1787 „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“. Das einzige Oratorium von Beethoven ist die Kreuzigungsgeschichte „Christus am Ölberge“. Es wurde in der Karwoche 1803 erstmals aufgeführt. Im Laufe des 20. Jahrhundert haben namhafte Komponisten wie Hugo Distler, Rudolf Mauersberg und Krysztof Penderecki die Tradition der Passionsmusik weitergeführt. Auch in der zeitgenössischen Musik des 21. Jahrhunderts widmeten sich Wolfgang Rihm und Johann Matthias Michel der Passionsmusik.

Der bekannte Komponist Lloyd Webber hat mit dem Musical „Jesus Christ Superstar“ das Thema Passionsgeschichte in eine neue Form mit musikalischen Stilelementen der Rock- und Popmusik  übertragen.



Der Komponist Klaus Heizmann (geb. 1944) hat sich stark für die Jugendchorbewegung engagiert. Er war langjähriger Leiter des Jugend-für-Christus-Chores mit christlich-evangelikalem Hintergrund. Er schuf viele Arrangements, die musikalisch stark von der Popmusik inspiriert waren. In den 1990 Jahren komponierte er zahlreiche kleine Kantaten. Dazu gehört auch „Dank für Golgatha“ aus dem Jahre 1997, das dieses Jahr beim Projekt Kreuzg(es)ang auf dem Programm ist. Das Werk „Via dolorosa“ (2005), von der Ev. Kantorei Wiehl vor zwei Jahren aufgeführt, gehört zu seinen letzten Werken der Kategorie „Kleine  Kantaten“.

Heizmann hatte im Übrigen viel Erfolg mit seinen Kindermusicals und erhielt dafür 2003 den Deutschen Musikeditionspreis.

„Dank für Golgatha“ von Klaus Heizmann umfasst neun Sätze für Sopran- und Basssolisten, Chor, einem Erzähler und musikalische Begleitung. Die musikalische Form lehnt sich der neuen geistlichen Musik an, die durch musikalische Ausdrucksmittel der Popmusik geprägt ist. In Heizmanns schlichter Passionsmusik rezitiert einerseits ein Erzähler das biblische Geschehen, andererseits sollen die von Solisten und Chor vorgetragenen freien frommen Texte tief empfundene Glaubensbotschaften vermitteln. Heizmanns Musikstil möchte Hörer erreichen, die dem Genre der Popmusik zugeneigt sind und in diesem Gewand das Kreuzesgeschehen meditativ erfahren möchten.


verfasst von Alfred Kraft, Kantoreimitglied




Evangelische Kantorei Wiehl

  • Wir sind ein gemischter Chor von ca. 30 Sängerinnen und Sängern für Menschen jeden Alters und jeder Konfession
  • Wir singen christliche Chorliteratur von klassisch bis modern, von einfach bis anspruchsvoll
  • Wir gestalten: Gottesdienste mit leichten Motetten, Chorälen und neuen geistlichen Liedern, Kantatengottesdienste mit Kantaten von Bach, Heizmann u.a. und Oratorienkonzerte

Termine 2019

Sonntag, 17.02., 10 Uhr, Gottesdienst in der Kirche

Sonntag, 17.03., 10 Uhr,  Gottesdienst in der Kirche

Sonntag, 07.04., 17 Uhr, Kirche, Konzert Kreuzg(es)ang

Freitag, 19.04., 10 Uhr, Kirche, Karfreitags-Gottesdienst



Chorprojekte

Die Evangelische Kantorei führt regelmäßig Chorprojekte durch, an denen jeder teilnehmen kann, der Freude am gemeinsamen Singen und Musizieren hat, der die Arbeit und Gemeinschaft in unserem Chor einmal kennenlernen möchte, oder der sich nicht fest an einen Chor binden möchte.


Reguläre Proben sind immer dienstags von 20 Uhr bis 22 Uhr im großen Saal des Ev. Gemeindehauses in Wiehl. Nähere Informationen bei Kantor Michael Müller-Ebbinghaus, michael.mueller-ebbinghaus@ekir.de


Rückblick 2018

Am Dienstag, den 22. Januar 2019 versammelten sich die Mitglieder der Evangelischen Kantorei Wiehl zur diesjährigen Jahreshauptversammlung.

In geselliger Runde blickte man zurück auf das vergangene Jahr 2018 und plante die neuen Projekte und Auftritte für 2019. Das Chorleitungsteam mit Martina Schmidt als Teamvorsitzende und Alfred Kraft als ihr Vertreter wurden bestätigt.

Die kirchenmusikalische Arbeit im Jahr 2018 zeichnete sich durch zwei Höhepunkte im März und im Dezember aus. In Kooperation mit dem Kirchenchor in Marienberghausen wurde die Messe in D-Dur von Antonin Dvorak am 17.03. in Marienberghausen und am 18.03.  in Wiehl aufgeführt. Bei den beiden Konzerten waren die Kirchen bis auf den letzten Platz gefüllt.

Am 2. Dezember führte die Kantorei die Teile I-III des Weihnachtsoratoriums von J.S. Bach in der Kirche auf.  Auch hier gab es keine freien Plätze mehr. Die Resonanz bei den Zuschauern und in der Presse war sehr positiv.

Die Mitglieder der Kantorei und Kantor Michael Müller-Ebbinghaus blicken nun mit Zuversicht auf das Jahr 2019 und freuen sich auf anvisierte Projekte aber auch auch auf die ganz "normalen" Gottesdienste, in denen sie mit der Musik Gott ehren und lobpreisen.


Chronik

Die Kantorei wurde am 22. Januar 1906 als Männerchor gegründet. Erster Dirigent war Wilhelm Jürges (1906 – 1945), der allen Kriegswirren zum Trotz den Chor in die Nachkriegszeit führte. Am 12. Februar 1934 wurde unter ihm ein gemischter Chor, der Kirchenchor Wiehl, gegründet.1945 übernahm Gustav Hoof (1945 – 1956) den Chor als Dirigent.1956 wurde er von Lieselotte Klein (1956 – 1989) abgelöst, die den Chor 33 Jahre lang leitete.1989 übernahm Kantorin Karin Riegler – unterstützt von ihrem Mann Thomas Riegler – den Chor. Nach einem Kantatenkonzert am 8. November 1992 verkündete Kantorin Karin Riegler, dass der Kirchenchor sich ab sofort  „Evangelische Kantorei Wiehl“ nennen dürfe. 2002 wurde das Ehepaar Riegler verabschiedet und Kantorin Karolin Schumacher-Horstmannshoff (2002 – 2005) übernahm die Leitung der Kantorei. Seit 2006 leitet Kantor Michael Müller-Ebbinghaus die Evangelische Kantorei Wiehl.

Historie Oratorienkonzerte:

02.12.2018 Weihnachtsoratorium, Teile I-III, von J.S. Bach
17./18.03.2018 Messe in D-Dur von Antonin Dvorak
17./18.12.2016  Weihnachtsoratorium Camille Saint-Saens, Auszüge aus Händels "Messias", Mitwirkung im Synodalchor des Kirchenkreises
19./20.12.2015  RJSE-Projekt, "Mass of the children" von John Rutter, "Gloria" und "Te deum" von Karl Jenkins                                                 30.11.2014    Weihnachtsoratorium von Carl Heinrich Graun                 17.03.2013    Markus-Passion von J.S. Bach in einer Version von Volker Bräutigam
18.12.2011   Weihnachtsoratorium Teile IV-VI von J.S.Bach
03.10.2010   "Theresienmesse" von J. Haydn und "Te deum" von W.A. Mozart
21.12.2008    Weihnachtsoratorium Teile I-III von J.S. Bach
02.12.2006    Sinfonie Nr. 2 „Lobgesang“ von Felix Mendelssohn Bartholdy
16.10.2004    Messias von Georg Friedrich Händel
21.12.2002    „A ceremony of Coroals“ op. 28 von Benjamin Britten; Jubilate Deo omnis terra”  und  “Denn  er hat seinen  Engeln  befohlen”  von Felix Meldelssohn-Bartholdy; „Oratorio de Noel“ von Camille Saint-Saens
19.12.1999    Weihnachtsoratorium Teile I und IV – VI von J.S. Bach
14.12.1997    Messias von Georg Friedrich Händel
17.12.1995    Weihnachtsoratorium Teile I – III von J.S. Bac Kantatenkonzert „Jauchzet dem Herrn“ von Heinrich Schütz, „Der Herr ist mein Hirte“ von Paul Ernst Rupel „Erschallet ihr Lieder“ J.S.Bach
29.01.1972    Messias von Georg Friedrich Händel
28.12.1960    Weihnachtsoratorium Teile I – III von J.S. Bach
05.04.1959    Messias von Georg Friedrich Händel

Historie Kantatengottesdienste:

02./14.04.2017  Kantate "Via Dolorosa", K. Heizmann
20./25.03.2016  Kantaten Nr. 22 "Jesus nahm zu sich die Zwölfe", Nr. 84 "Ich    bin vergnügt mit meinem Glücke", Nr. 92 ""Ich hab in Gottes Herz und Sinn", J.S. Bach                                                                                                                   29.03.2009    Kantate „Via Dolorosa“, K. Heizmann
02.03.2008    Kantate “Du wahrer Gott und Davids Sohn” , J.S. Bach, BWV 23
08.04.2007    Kantate „Das Leben ist Sieger“, K. Heizmann
15.02.2006    Kantate „Was Gott tut, das ist wohlgetan“, J.S. Bach, BWV 100
18.03.2001    Kantate „Gottes Zeit“ BWV 106 von J.S. Bach
13.02.2000    Kantate „Liebster Jesuc mein Verlangen“ Nr. 32 von J.S. Bach
07.11.1993    Kantatenkonzert „Wachet auf ruft uns die Stimme“ und „Gott der Herr ist Sonn und Schild“ J. S. Bach Kantate „Erhalt uns, Herr, bei deinem Wert“ von D. Buxtehude

Gemeinschaft

Alle zwei Monate treffen sich die Mitglieder nach der verkürzten Probe in entspannter Atmosphäre. Eine gute Gelegenheit, sich in der Gemeinschaft des Chores besser kennenzulernen und zum Plausch bei einem kühlen Glas Bier oder einem Glas Wein und einer Köstlichkeit. Jedes Jahr unternimmt die Kantorei zudem einen Ausflug.

Wie wäre es, wenn Sie dies alles mit uns gemeinsam erleben?

  • Die Wissenschaft hat längst bewiesen, dass sich Singen positiv auf den menschlichen Organismus auswirkt.
  • Durch Singen kann man Stress abbauen, sein Immunsystem stärken oder einfach nur glücklich sein.

Wir freuen uns über jede Stimme, die unseren Chor verstärkt und möchten Sie herzlich einladen, einmal unverbindlich an unseren Proben teilzunehmen. Wir proben jeweils dienstags in der Zeit von 20 Uhr bis 22 Uhr im Gemeindesaal des Ev. Gemeindehauses in Wiehl unter der Leitung von Kantor Michael Müller-Ebbinghaus. Vorkenntnisse sind keine erforderlich.



Auf der Suche nach der verlorenen Stimme

Ein Sänger berichtet von seinen Erfahrungen als Teilnehmer im Chor zum Projekt: "The Peace of God", Aufführung am 19.02.2017

(Auszüge aus einem Pressebericht der OVZ)

Unser Autor Michael Möller hat vor Jahren mal im Kirchenchor gesungen. Jetzt ergab sich die Gelegenheit zum Wiedereinstieg. In Wiehl startete ein neues Chorprojekt. "Suche Singebegeisterte für Projektchor der Kantorei Wiehl". ... Projektchor, das klingt nach konkretem Vorhaben ohne lebenslange Bindung. ... Sechs Proben, ein Auftritt im Gottesdienst. Wenn nicht jetzt, wann dann? Ich war noch nie im Gemeindehaus, wo die Proben stattfinden sollen.... Stimmgewirr wird lauter.... Kantor Michael Müller-Ebbinghaus begrüßt jede und jeden und fragt nach der Stimmlage. "Äh, irgendwas zwischen Tenor und Bass", rate ich.... Beim Einsingen werden zentrale Motive der Lieder am Keyboard vom Dirigenten gespielt und vorgesungen...Wir beginnen mit Luthers "Verleih uns Frieden gnädiglich". Hatte ich geglaubt, das kenne ich? Der Chorsatz ist von Mendelssohn-Bartholdy und so sehen auch die vier Notenseiten aus....Ich höre einfach mal zu. Aber dann singen schon alle eben die Melodie, die ich auch kenne. Ich höre den Alt-Block von rechts, schön machen die das! Vom Blatt weg? Oder ist das Repertoire?... Ich krächze:"Herr Gott, zu unsern Zeiten". Man sagt, die Stimme altert auch. Ich will sofort aufstehen und nach links zum Bass wechseln. "Priima war das schon", ruft aber der Dirigent. ... Der Tenor hebt ab wie ne Lerche. Ich singe jetzt den Bass mit... dann höre ich den Zusammenbau der Stimmen, dass es wirklich schon viele schöne Stellen gibt. Und ich trage dazu bei! Immerhin weiß ich jetzt, wohin ich gehöre.... Der Kantor ist von unendlicher Geduld. Er macht vor, wie es klingen soll. Und er singt nach, was er gehört hat: Töne, die von unten bis zur richtigen Höhe verbogen werden.... In der Pause frage ich einen Bass-Kollegen: "Was ist das Beste am Singen?" "Es tut körperlich gut. Wenn ich nach hause gehe, bin ich guter Laune. Und wenn wir in Akkorden schwelgen, ist es himmlisch." Da fällt mir der Film "Wie im Himmel" ein, der Blockbuster aller Choristen. Da ringt ein genialer Dirigent mit einem rustikalen Kirchenchor. Nach der ersten Probe sagt er im Ernst: "Da sind schon viele schönen Stellen dabei." Ich meine, unser Dirigent hat neulich das gleiche gesagt.